Rezensionen – Romane

berlin2042vor-kleinRüdiger Lehmann

Berlin 2042
Zukunftsroman

ISBN 978-3-943018-06-6
16,90 (D) / €17,90 (A) / sFr 30,90

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Berlin 2042
Rezension von Marcel, 5.7.2012:
Ich habe mir das Buch als Empfehlung gekauft. Für knapp 17 EUR und nur 240 Seiten musste ich doch etwas überlegen, ich aber habe mich zum Glück richtig entschieden. Regen, Regen, Regen. Überall in Berlin treibt das Hochwasser das Leben an seine Grenzen. Die Geschichte konzentriert sich auf Berlin. Das eigentlich die ganze Welt betroffen ist wird nur am Rande erwähnt. Für einen Zukunftsroman erfährt man eigentlich fast gar nichts über die Zukunft. Ein paar merkwürdige Begriffe für Alltagsgegenstände, das war’s dann aber auch schon. Hier hätte man doch etwas mehr ausbauen können. Das wirklich spannende an dem Buch ist aber das sehr realistische Thema. Die Handlung läuft locker und flott. Die Charaktere sind auf das Notwendigste beschränkt, es gibt keine überflüssigen Handlungen oder sonstigen Abschweifungen. Einen gewissen Humor kann man der Hauptfigur nicht absprechen! Das Finale ist extrem spannend, und mit ein wenig Vorstellungskraft kann man sich die letzten, zum Teil fast ein wenig lustig wirkenden Szenen gut vorstellen. Mehr will ich gar nicht verraten. Lest einfach selbst!

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Berlin 2042
Rezension von Matthias, 22.7.2012:
Da ich 1995 aus Ostberlin nach Bolivien ausgewandert bin, aber nach wie vor an meiner alten Heimat hänge, scanne ich von Zeit zu Zeit den Buchmarkt nach Lektüre von und über Berlin durch. Dabei bin ich auf diesen Roman gestoßen, der auf kurzweilige Art bekannte Bilder vor meinen Augen entstehen lassen hat, genauso wie dem Alten am Anfang des Buches. Auch wenn ich glaube, dass das beschriebene Szenario in 30 Jahren kaum Wirklichkeit sein wird, denn man nimmt eher eine Versteppung des Raums Berlin/Brandenburg an als eine Überflutung (deswegen 1 Stern Abzug), ist der Roman sehr spannend und flüssig geschrieben, die Charaktere glaubhaft und die Science-Fiction-Elemente sind zu meiner Freude auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt. Bin nämlich kein Freund von laserschwertschwingenden Aliens. Auf der anderen Seite fand ich das Thema über Genmanipulation, das uns in 30 Jahren sicherlich sehr stark beschäftigen wird, etwas zu kurz gekommen. Ich fand es schade, dass das Buch bereits nach 240 Seiten zu Ende war und frage mich, ob der Preis von knapp 17 Euro für eine Paperback-Ausgabe nicht ein bisschen zu hoch gegriffen ist, auch wenn sich einige hübsche Illustrationen darin befinden. Darum ein weiterer Stern Abzug. Ansonsten: Sehr empfehlenswert!

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Berlin 2042
Rezension von Sorabia, 28.7.2012:
Ein Freund hat mir dieses Buch empfohlen. Als ich es dann zu lesen begann dachte ich mir: Oh Gott schon wieder geht die Welt unter! Es grüßt die böse Klimakatastrophe.” Aber keine Angst, das langsam in den Fluten untergehende Berlin bildet nur die düstere Szenerie für einen soliden Science-Fiction Thriller. Der Ort der Handlung hätte auch irgendwo anders sein können. Wer sich aber in Berlin ein bisschen auskennt, wird dadurch doppelten Lesespaß haben. Bemerkenswert und deshalb empfehle ich dieses Buch weiter, ist der lockere Schreibstil. Der Autor verzichtet auf eine große Zahl von Figuren und auf komplizierte Namen. Dadurch kann man sich voll auf die Handlung konzentrieren und muss nicht ständig überlegen “Wer war das denn?” bzw. “Welche Rolle spielt denn diese Figur?”. Diese häufige Unart, möglichst viele Personen in einem Buch vorkommen zu lassen, soll wahrscheinlich Komplexität und schriftstellerisches Vermögen vortäuschen, für mich ist aber wichtig, dass ich beim Lesen eines Thrillers weder Kopfschmerzen bekomme noch einschlafe. Beides passiert bei diesem Buch garantiert nicht. Und genial ist das Ende. Auf den letzten dreißig Seiten mogelt sich der Autor aus seiner eigenen Geschichte heraus, dass man ihm verblüfft die eine oder andere kleine Schwäche verzeiht.  

 

 

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Dietrich Novak

Blümchen, Streifen und Rollmops
Tapeten verblassen, Erinnerungen nicht Roman

ISBN 978-3-943018-06-6 €
16,90 (D) /€ 17,90 (A) / sFr 30,90

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Blümchen, Streifen und Rollmops
Rezension von Elke, 2.4.2012:
Einen Streifzug durch die Berliner Geschichte bietet Dietrich Novaks Buch „Blümchen Streifen und Rollmops“ Gegenstand sind die Erlebnisse der Bewohner eines Mietshauses am Berliner Kaiserdamm vom Erbau 1907 in einem Zeitraum von 100 Jahren. In kleinen Episoden erzählt der Autor wie verschiedene politische und kulturelle Ereignisse die Stadt Berlin geprägt haben, in die Familien eindringen und deren Leben beeinflussen. So zum Beispiel die Geschichten von Emmi und Willy Paulicke (Bäckerei-Angestellte und Malergeselle), die unter anderem von ihrem Kennen lernen in der Kaiserzeit, ihrem Verhalten zur Hitlerzeit und der Trennung der Familie durch den Mauerbau handeln. Der Autor verknüpft die verschiedenen Protagonisten durch liebevoll gezeichnete Dialoge oft in Berliner Mundart und lässt bekannte Berliner Sprüche einfließen. (siehe Seite 56: Zitat „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“). Als Stilmittel sei erwähnt, dass die verschieden Zeiten und auch die Herkunft der Bewohner durch die wechselnden Tapeten der Wohnungen untermalt werden. (siehe u.a. Seite 13, Seite 142). Durch die Konzentration auf eine Familie und der Entwicklung deren Charaktere als zentrales Sujet, hätte das Buch meiner Meinung nach zum Berlin Roman werden können. Jedoch sind die Geschichten kurzweilig und informativ geschrieben. Lesenswert ist das Buch für jeden, der Berlin liebt und für diejenigen, die wissen möchten woher die Energie herrührt, die diese Stadt und ihre Bewohner vorantreibt.
Elke Günzler

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Blümchen, Streifen und Rollmops
Rezension von Rüdiger, 24.7.2012:
Ein schönes Sittengemälde. Dietrich Novak skizziert anhand eines Hauses und seiner Bewohner einhundert Jahre Berliner Geschichte. Angefangen von der Errichtung des Gebäudes in der Kaiserzeit, über den ersten Weltkrieg und die Weimarer Republik, über Nazi-Zeit und den schweren Wiederanfang nach dem zweiten Weltkrieg, den das Haus nahezu unbeschadet überstand, über Mauerbau und deutsches Wirtschaftswunder bis hin zur profitablen Vermarktung der modernisierten Wohnungen in unseren Tagen. Oder aus dem Blickwinkel der Bewohner: von der ersten Portierschen, die mit ihrer großen Schnauze, aber eben so großem Herzen im Haus für Ordnung sorgt, bis hin zu ihrer hochbetagten Enkelin, die fast ihre gesamte Rente dafür hergibt, um im Geburtshaus ihren Lebensabend verbringen zu können, und die mit einem alten Bekannten ganz allein den einhundertsten Geburtstag ihres Heims begeht, während draußen ahnungslos das Leben vorüber rauscht. Um den unterschiedlichsten Schicksalen, persönlichen Ansichten und politischen Strömungen gerecht zu werden, führt Dietrich Novak ein breites Spektrum von Charakteren ein (und ein Berliner Vorderhaus nebst Seitenflügel und Hinterhaus bietet ja auch genug Platz dafür) dass man über die Generationen schnell den Überblick verliert, wer nun mit wem verfeindet, befreundet oder verwandt war. Da ist es sehr hilfreich, dass man am Anfang des Buches eine Übersicht fast aller Beteiligten und derer Beziehungen zueinander findet. Zu Berlin gehört natürlich auch sein spezieller Dialekt. Dietrich Novak versteht es gut, die Berliner Schnauzen unaufdringlich aber frech palavern zu lassen, was die ja nur tun, um den weichen Kern in ihrem Inneren zu verbergen. Für Nicht-Berliner vielleicht manchmal eine harte Kost, aber voll aus dem Leben gegriffen. Und dieses Leben wird in all seinen Höhen und Tiefen, Freuden und Sorgen, Siegen und Niederlagen schonungslos dargestellt. Wenn ich etwas in dem Buch vermisst habe, dann vielleicht ein ausführlicheres Eingehen auf die Wiedervereinigung der beiden Berliner Stadtteile 1989. Dieses historische Großereignis hätte es meines Erachtens verdient, dramatischer ausgebaut zu werden. Vergleicht man die ersten Seiten des Buches mit den letzten wird einem erst richtig bewusst: Mensch, Berlin – Mensch, Welt – Mensch, Leben, wie haste dir in jrade mal eenhundert Jahren verändert. Und darum: Sehr lesenswert!